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Johann Jakob Wirz

Johann Jokob Wirz (1778 - 1858)

Johann Jakob Wirz wurde am 22. Januar 1778 in Basel als Sohn eines Seidenzeugmachers geboren. Auch er erlernte dieses Handwerk und bestritt seinen Lebensunterhalt bis 1824 teils selbständig, teils in einer Seidenbandfabrik, mit Unterbrechungen durch Wanderschaft, Militärdienst und einem zweijährigen Aufenthalt in Lyon, als Seidenzeugmacher in Basel.

1807 heiratete er. Schon im Alter von 9 Jahren erfuhr er zum ersten Mal den Anruf der geistigen Wirklichkeit. Dies Anrufe wiederholten sich in mehrjährigen Abständen, wobei der junge Mann zunächst positiv reagierte, sich dann aber immer wieder den irdischen Interessen zuwandte. Erst 1824 war er zu einer dauerhaften Hinwendung zur geistigen Wirklichkeit bereit. In diesem Jahr empfing er denn auch die klare Einsicht, dass es notwendig sei, seine irdischen Interessen und Gewohnheiten nach dem Vorbild Jesu preiszugeben, um ein neues Leben aus dem Geist zu gewinnen. Zum gleichen Zeitpunkt wurde er aus der Fabrik entlassen.

Er fand aber jetzt Freunde, die die Drucklegung seiner immer reicheren und deutlicheren Erkenntnisse beförderten, so dass er auf diese Weise seinen Lebensunterhalt sichern konnte. Seit 1825 wurde seine Verbindung zum Reich des Geistes so eng, dass er bewusst aus den geistigen Kräften leben und arbeiten konnte.
Auf der Grundlage des “ursprünglichen Wortes”, eingebettet in die geistige Struktur des Menschensohnes und seinen Weg sowie die “obere Mutterkirche”, die Gemeinschaft aller im Geist lebenden Seelen, begann er den Aufbau von “Gemeinden”, einer “neuen Kirche”, die ebenfalls aus den Kräften des Geistes lebte und deren Mitglieder nur das eine Ziel hatten: den Spuren Jesu nachzufolgen und durch Preisgabe des alten Wesens ein neues Leben zu gewinnen. Solche “Nazarenergemeinden”, wie sie sich bald nannten, entstanden aus kleinen Gruppen von Menschen, die mit Wirz in ihrer Suche nach der Wahrheit zusammengetroffen waren. Größere Nazarenergemeinden bildeten sich in Barmen, Zürich, Basel und Bessarabien, kleinere Gruppen in anderen Gebieten der Schweiz und Württemberg. Wirz hielt die äußere Verbindung mit ihnen mittels Korrespondenzen und persönlichen Kontakten aufrecht. Trotz seines schlechten Gesundheitszustandes (er war ein von immer wieder teils schweren Krankheiten gepeinigter Mann) reiste er, oft zu Fuß, weite und beschwerliche Strecken, um seine Freunde zu besuchen. Er veröffentlichte weiter die Erkenntnisse, die ihm aus seiner Lebenspraxis und seiner Verbindung zur Geistwelt zuflossen.

1850 zog Wirz von Basel in die Nähe von Aarburg im Kanton Aargau. Mittlerweile war er fast erblindet, setzte aber seine Korrespondenzen durch Diktat fort. Am 25. September 1858 starb er. Während zu seinen Lebzeiten mehrere größere Abhandlungen erschienen waren (“Der echte Stein der Weisen” 1831, “Die entschleierte Zukunft” 1832, “Die Quelle der Verwirrungen in gegenwärtiger Zeit” 1849), veröffentlichten seine Nachfolger nicht nur eine Biogrphie, sondern auch einen großen Teil seiner Korrespondenzen in mehreren Bänden. Bis etwa 1950 bestanden noch Reste der Nazarenergemeinden.

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